Monatsreview #2 | 23.05.2019

Japaner sind super zielstrebig

Es scheint so, dass es in Japan zwei verschiedene Arten von Sportkursen an der Uni gibt. Die einen sind Sportvereine, die tatsächlich das Ziel haben in Turnieren und Wettkämpfen hohe Ränge zu platzieren. Die anderen sind Sport Zirkel die  von Studenten selbstorganisiert werden. Tatsächlich besuche ich einige dieser Sportzirkel und obwohl man erwarten würde, dass der Anspruch “nicht hoch” ist, gibt es einige die neben ihrem Studium und Teilzeitjob auch noch 5 mal die Woche trainieren. Auch Studenten im Aufbaustudium sind sehr involviert in ihrem Studium und beteiligen sich aktiv an der Forschung. Obwohl mir versichert wurde, dass nicht alle Studenten so sind, ist es zumindest das, was ich beobachtet habe.

Müll

Zigarettenstummel sind so gut wie nicht existent und die Straßen sind immer (zu 99%) sauber und graffitifrei. Jedoch ist Mülltrennung hier auch so gut wie nicht existent (?). Zumindest dort wo ich wohne gibt es nur Unterscheidungen zwischen brennbar (Biomasse, Plastik) und nicht brennbarem Müll (Glas, Karton,…). Erst kürzlich habe ich jedoch gelernt, dass ein Gesetz 2001 in Kraft getreten ist, welche Lebensmittelunternehmen dazu zwingt einen bestimmten Anteil ihres Mülls zu recyceln. Somit is Recycling ein sehr wichtiges Thema in Japan.

Niedrige Effizienz.

Viele Austauschstudenten haben auch schon die Beobachtung gemacht, dass  Servicekräfte in der Dienstleistungsbranche sehr ineffizient arbeiten. Als ich meinen Commuter Pass verlängern wollte gab es 10 Mitarbeiter von denen 5 einfach nur rumstanden und alle 10 konnten nicht wirklich Englisch sprechen. Es gibt scheinbar auch sehr viele (semi-) pseudo jobs für ältere Menschen deren Aufgabe besteht dicht befahrene Kreuzungen zu managen und nicht weniger wichtig Einfahrten zu sichern. Von einem Lokal habe ich gehört, dass wehe dem der vor seinem Chef die Arbeit verlässt. Dieser Unmensch würde dann mit bösen Blicken bestraft werden. Dadurch wird ein Verhalten, welches statt effizientes Arbeiten, langsames Arbeiten fördert.

Züge

Züge sind so voll wie man sie sich zu Rush Hour vorstellen würden. Zuerst war ich noch etwas vorsichtig aber um einzusteigen wird geschubst und gedrängelt als gäbe es warme Semmeln. Zwar gibt es in einem Zeitinterval am morgen ein abgegrenztes Frauenabteil, aber dies ist auch stets voll besetzt. Ich habe gelesen, und das verwundert mich nicht, dass ein hoher Anteil an Frauen mindestens einmal in ihrem Leben begrabbscht wurden sind.

Toiletten und Barrierefreiheit

Wie schon einmal erwähnt gibt es tatsächlich überall zugängliche Toiletten die zudem fast alle extrem sauber sind. Barrierefreiheit, vor allem in Bezug auf Toiletten scheint in Tokyo sehr ausgebaut zu sein. Es gibt zu jedem Waschbecken und Urinal meist eines welches Hilfsstützen besitzt. Zudem werden so gut wie keine Türen benutzt und Rampen ermöglichen Rollstuhlfahrer einen leichten Zugang.

Mein Zimmer im Vergleich

Anfangs noch sehr ungläubig scheint mein 6 qm Zimmer tatsächlich die Norm zu sein und der Preis ist auch recht angemessen. Natürlich lohnt sich ein Apartment auf langer Sicht mehr, jedoch reicht diese Art von Unterkunft vollkommen aus für meine Vorhaben. In Retrospektive ist dies gegenüber einer Unterkunft im Studentenwohnheim wirklich besser, da ich recht zentral wohne und eine der wichtigen Bahnhöfe (Ueno Station) in Fußmarsch-Nähe ist sowie die Chiyoda Line mit vielen wichtigen Distrikten verbindet.

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